Heime sind in Indien in der Regel geschlechtergetrennt und so konnten wir bisher keine Mädchen aufnehmen.

In unserem jüngsten Projekt bieten wir seit Juni 2018 sechs Mädchen in einer geschützten Umgebung ein neues Zuhause.


Wir haben dafür  im nahegelegenen Dorf Bethamangala gemeinsam mit unserer indischen Partnerorganisation SARF eine Wohnung mit Küche übernommen. Das Dorf ist ca. 7 km vom Kinderheim in Guttahalli entfernt und die Wohnung bietet genug Platz. Strom, Wasser, Sicherheit und Controlling sind ebenfalls gewährleistet. Die Mädchen gehen morgens gemeinsam zur nahegelegenen Schule.

Große Freude bei Müttern und Großmüttern bei der Übergabe der Schulbücher für das neue Schuljahr.  Allen Mädchen konnten wir einen Platz an der International School mit Unterrichtssprache Englisch sichern.



einige Hintergründe der Mädchen:

Manjula (29), deren Sohn Ganesh bereits seit 2017 bei uns im Kinderheim Guttahalli wohnt, drohte mit ihrer Tochter Gangotri (13) obdachlos zu werden. Sie war immer wieder den Attacken ihres brutalen Ehemannes ausgesetzt, der schon mehrmals versucht hatte, die beiden Kinder an Menschenhändler zu verkaufen. Jetzt ist Manjula erleichtert und glücklich, gemeinsam mit ihrer Tochter Gangotri (13) bei uns in einem geschützten Zuhause ohne tägliche Angst ums Überleben wohnen zu können. Manjula führt den Haushalt der Mädchengruppe und lebt mit den Mädchen hier zusammen.

Die kleine Pari ist gerade sechs Jahre alt geworden und stammt aus einer muslimischen Familie. Der Vater ist Alkoholiker und sitzt wegen Motorraddiebstählen im Gefängnis. Die Mutter arbeitet als Tagelöhner und schaffte es nicht, ihre drei Töchter (6, 7, 10) und ihren Sohn (11) durchzubringen. Die älteren Kinder besuchen unregelmäßig eine islamische Madrasa und sind tagsüber weitgehend sich selbst überlassen. Deshalb wohnt jetzt Pari während der Woche bei uns. Wir haben Pari im zweiten Kindergartenjahr der International School einschulen können und wollen ihr langfristig eine optimale Schulausbildung ermöglichen.

Madhu (7) und Shruthi (5) sind die beiden Töchter von Shanta, die bis vor sechs Jahren bei uns als Reinigungskraft gearbeitet hat. Nach der Heirat entpuppte sich ihr Mann als Spieler und Trinker und kümmerte sich nicht um die Familie. Als sie erneut von ihm schwanger wurde, hat sie an sich selbst alleine eine Abtreibung vorgenommen. Wir konnten sie damals noch rechtzeitig medizinisch versorgen lassen und haben sie später von einer Sterilisation überzeugt. Inzwischen wohnt sie im dörflichen Slum und zieht jeden Tag von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang mit billigen Haushaltsartikeln im Bauchladen von Dorf zu Dorf, um ein paar Rupees zu verdienen. Ihre zwei Mädchen sind tagsüber gänzlich sich selbst überlassen. Madhu wurde im letzten Jahr bereits Opfer einer sexuellen Attacke durch einen älteren Jungen aus ihrem Slum. Wir haben beide Mädchen bei uns aufgenommen und sie im zweiten Kindergartenjahr bzw. in der 2. Klasse der International School angemeldet und wollen Shanta so bei ihrem Traum von einer besseren Zukunft für ihre Mädchen unterstützen.   

Megha ist 11 Jahre alt und kommt aus einer extrem verarmten christlich konvertierten Familie mit vier Mädchen (7, 11, 14 u. 18). Der Vater ist Tagelöhner und die Mutter gesundheitlich sehr schwach. Beide können die Familie kaum mehr versorgen. Wir wollen Megha, die jetzt seit Juni 2018 bei uns wohnt, auch in den nächsten Jahren die Schulausbildung an der International School ermöglichen und ihr so eine bessere Zukunftsperspektive bieten.

Ashiya (6) wohnte bis vor kurzem noch bei ihrer muslimischen Großmutter. Ihr Vater war Alkoholiker und ist bereits tot. Ihre junge Mutter ist während einer zweiten Schwangerschaft vor zwei Jahren gestorben. Ihre verarmten Großeltern haben sie bei sich aufgenommen. Im November ist dann auch der Großvater bei einem Unfall ums Leben gekommen. Die Großmutter hat uns um Hilfe angefleht, weil sie kaum noch für sie sorgen kann und große Angst um die Zukunft ihrer Enkelin hat. Jetzt wohnt Ashiya bei uns und geht nun ins 2. Kindergartenjahr der International School. Wir wollen ihr dort langfristig eine optimale Schulausbildung anbieten.





"Das größte Problem in der Welt ist Armut in Verbindung mit fehlender Bildung. Wir müssen dafür sorgen, dass Bildung alle erreicht. "
                                                                 (Nelson Mandela)